
Ansicht ca. 1900 

Die Welt lebt von Ideen, von Erfindungen und Erneuerungen. Atmen kann man diesen Geist der Pioniere an einem besonderen Ort: Der Mühle Ittenhausen.
Warum? Historische Mühlen sind Zeugen unserer jahrtausende alten Technikgeschichte. Sie sind die älteste Kraftmaschine der Menschheit.
Heute bietet die denkmalgeschützte Wassermühle in Friedrichshafen am Bodensee eine inspirierende Umgebung und schafft Raum für kreative Köpfe.
Die nach modernsten Standards umgebauten Räume machen spürbar, wonach wir heute suchen: Frische Ideen und ungewöhnliche Lösungen, die historisches Wissen mit modernsten Ansprüchen verweben.
Impressionen aus der Zeit der Bauarbeiten: 

Ein Beispiel aus dem Innenbereich. Fotografiert am 2. April 2010. 

Der sanierte, denkmalgeschützte Parkettboden besteht aus drei Holzarten: Eiche, Ahorn und Nussbaum. 

Überall, wo neue Treppen erforderlich sind, werden diese in brüniertem Stahl ausgeführt. Dieses Beispiel zeigt eine solche Treppe in einer Wohneinheit, die sich über zwei Ebenen erstreckt. 

das erste Feuer im Kamin brennt. 

5. März 2010 

Zugang zu den Dachwohnungen an der Nordseite des Hauses 

Eingangsbrücke der Dachwohnungen 
Das Mühlengebäude weist die charakteristische Formensprache des Klassizismus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert auf. Die seit der Kriegszerstörung fehlenden Architektur-Elemente wurden wieder hergestellt.
Berühmte Architekten wie z.B. SCHINKEL beachteten in dieser Zeit genau die Maß-Details antiker Bauten. Säulen sind als Träger des Gebälks notwendiger Teil der Konstruktion und nicht nur Schmuckelement. Klare, blockhafte Formen wurden durch die Verwendung sorgfältig behauener Natursteine besonders betont.
In dieser Epoche war nicht mehr Kirche und Aristokratie sondern das Bürgertum zum Kulturträger geworden. Deshalb wurden auch an Gebäuden wie z.B. die Mühle Ittenhausen Trauf-, Stockwerksgesims, Ecklisenen und Gewände bzw. Faschen in einheitlichen, den natürlichen Steinfarben entsprechenden Farbtönen gehalten, um so eine einheitliche Gliederung der Fassade zu erreichen und die Verwendung von Naturstein vorzutäuschen.
Die Farbgestaltung des Mühlengebäudes sollte diesem historischen Konzept entsprechen. Traufe, Ortgang und Architekturelemente (Gewände, Gesimse und Lisenen) wurden deshalb im gleichen Farbton wie die vorhandenen Steinelemente gehalten.
Hier im Bild sichtbar der Versuch, die Verkröpfung am Giebel in diese Farbgestaltung einzubeziehen und den idealen "leichten" Farbton zu treffen, der dann nach unten kräftiger (dunkler) wird.


Der am Mühlegebäude verwendete Stein ist der am Bodensee vorkommende grünlichgraue, feinkörnige, karbonatisch gebundene Sandstein (z.B. Rorschacher Sandstein). Hier werden die noch erhaltenen Sandsteinteile repariert. 

Detail der wiederhergestellten Lisene. Eine Lisene (von französisch lisière "Kante") diente im Klassizismus zur Belebung und Strukturierung der Fassade. 

Warum das Thema Farbe für die Mühle Ittenhausen so wichtig ist?
Farbe erzeugt Emotionen und unterstreicht den Charakter eines Bauwerks. Die farbige Gestaltung trägt daher zur Identität des Gebäudes bei, und unterstützt die räumlichen Qualitäten. Sie dient insofern als Verstärker des räumlich architektonischen Konzepts.
Der Farbton der Mühlenfassade passt sich dem Steinfarbton an und vermittelt weitgehend Materialsichtigkeit. Der Sockel wird in einem dunkleren grauen Steinfarbton gehalten. Ecklisenen und Stockwerksgesims sind hell/dunkel von der Fassade abgesetzt und durch Verwendung desselben Farbtons als eine Einheit zusammengehalten.
Die kräftige Farbgebung der Klappläden korrespondiert mit dem roten Dachfarbton. 

13. Februar 2009 

Wiederherstellung Gebälk 


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